nikon d500 - meine ersten erfahrungen


Als Nikon Anfang 2016 die D5 und die D500 offiziell ankündigte, war mir noch am selben Tag klar, dass die D500 meine Kamera wird. Ein Fokus-Messfeld über nahezu die gesamte Bildbreite, ein präziser, schneller Autofokus und die Aussicht auf verwertbare Bilder bei ISO 6.400 gaben dazu den Ausschlag.

   Ohne von dem folgenden Lieferdrama zu ahnen, bestellte ich ein Exemplar bei dem Fotohändler meines Vertrauens vor. Im Mai schon durfte ich das gute Stück dann tatsächlich in Händen halten und erste Erfahrungen sammeln.

   Die D500 war bereits an allen Plätzen dieser Welt. Sie wurde in der Arktis schockgefroren, in der Wüste ultrahocherhitzt und auf großen Rockkonzerten dauerbeschallt. Im Netz sind Tests vieler Autoren zu finden, die sämtliche technischen Details ausführlich beleuchten.

Nur zu gerne würde auch ich einmal Eisbären in der freien Wildbahn fotografieren - sollten Nikon jemals die Profis ausgehen, ich stehe zur Verfügung - doch erweist sich mein fotografisches Betätigungsfeld als wesentlich undramatischer.

   Daher war ich zunächst verunsichert, ob der Umstieg auf die D500 anbetracht meiner vergleichsweise einfachen Ansprüche an Material und Technik wirklich gerechtfertigt ist, oder nur auf dem ewigen Reiz des Neuen fußt?

   Doch ich bin diesen Schritt gegangen und möchte hier die dabei gewonnenen Eindrücke zusammenfassen. Noch immer ist die D500 die führende DX-Kamera von Nikon, weshalb sicher auch heute noch Fotografen über einen Umstieg nachdenken. Diesen können die folgenden Gedanken vielleicht etwas bei der Entscheidung helfen.


handling


Wie gut eine Kamera in der Hand liegt und wie eingängig ihre Bedienung ist, spielt für mich bei der Auswahl neben den reinen technischen Daten die mitentscheidende Rolle. Das mag seltsam klingen, doch hat sich der technische Vorsprung einer neuen Kamera heutzutage schnell überlebt. Ist sie einem bis dahin nicht in Fleisch und Blut übergegangen, wird man nur zu bald über den erneuten Wechsel nachdenken.

   Diesen Test hat die D500 bestanden: der ausgeprägte Handgriff ist, verglichen mit dem der D7100, eine deutliche Verbesserung. Er fasst sich mit einer Hand auch ohne einen Batteriegriff schnell und sicher, selbst bei größeren angesetzten Brennweiten. Die Zugabe bei der Bauhöhe der D500 kommt mit knapp einem halben Zentimeter auch dem Griff zugute. Ich bekomme bequem alle Finger unter. Würde er noch etwas stärker ausfallen, ähnlich dem Griff der D800, wäre er perfekt.

   Das Gehäuse wirkt vertrauenerweckend solide. Wie robust es verglichen zur D7100 wirklich ist, musste ich glücklicherweise noch nicht erfahren.

   Die Anordnung der Bedienelemente gleicht erfreulich deutlich dem Layout der Vollformat-Bodies. Das erleichtert den Wechsel zwischen den Kameras.

  Der neue kleine Joystick für die Messfeldsteuerung ist zu Anfang gewöhnungsbedürftig. Dafür ist die Wippe aber weiter nach rechts gewandert, was für mich als "linksäugigen" Fotografen so schon zwei große Vorteile bietet: zum einen ist mir bei der Messfeldsteuerung an der D7100 mein Nasenbein deutlich mehr im Weg, als bei der D500. Zum anderen habe ich beim Fotografieren im Hochformat mit der 

Stirn häufig das Messfeld wandern lassen, was jetzt so nicht mehr passieren kann.

  Die zahlreichen, teils neu hinzugekommenen Funktionstasten bieten umfassende Möglichkeiten der individuellen Belegung, wie sie bei DX-Kameras so noch nicht dagewesen sind.

   Persönlich freue ich mich über die nun mit der rechten Hand leicht erreichbare ISO-Taste und über die neue FN2-Taste, über die ich direkt in das benutzerdefinierte Menü gelangen und häufig genutzte Einstellungen wesentlich schneller vornehmen kann.

   Dass die Kamera keinen internen Blitz mehr hat, ist mir nur recht. Ich nutzte ihn bei den Vorgängern eigentlich nie und zu oft klappte er versehentlich auf. Ohne den Blitz gewinnt das Gehäuse an Stabilität und macht einem angenehm großen Sucher und der BKT-Taste Platz.

   Das Klappdisplay kannte ich nur von einem kurzen Intermezzo mit der D5000 her. Und ich muss zugeben, ich habe den Nutzen falsch eingeschätzt. In Bodennähe zu fotografieren wird auch "mit Rücken" wieder reizvoll. Und das Auslösen über das Display funktioniert einwandfrei, zumindest sobald der Body ausreichen stabil aufliegt. Da es sich nur um ein Klapp- und nicht um ein Schwenkdisplay handelt, wirkt die Aufhängung des Displays angenehm solide.

   Mir fällt nur die langsamere Reaktionszeit des Displays auf. Wer auf Bildwiedergabe oder Menü drückt, muss sich an den sekundenlangen Anblick der Eieruhr gewöhnen, bis die Anzeige erscheint.

   Doch auch nach all den Jahren habe ich bezüglich des Handlings an der D500 nichts auszusetzen. Im Gegenteil: ich habe noch mit keiner Nikon DX-Kamera so gerne fotografiert! In dieser Kategorie liegt die D500 klar vorne.


bildqualität


Die Testergebnisse der D5, z.B. bei DXO, haben viele enttäuscht, die erwartet hatten, sie würde sich an der absoluten Spitze der Tabelle wiederfinden. Die folgenden Diskussionen D4 vs. D5 waren teilweise heftig. Somit durfte man von der D500 bei DXO auch kein besseres Ergebnis erwarten. So sortiert sich die D500 dann auch unauffällig sogar noch unter der D7200 und der D7100 ein.

   Die Unterschiede in der Bildqualität heutiger Kameras zu finden, ist in meinen Augen nur noch im Labor möglich, wobei selbst deren Ergebnisse für mich manchmal schwer nachvollziehbar sind. Für den Verbraucher bleibt die Beurteilung doch immer rein subjektiv.

Die Ergebnisse der D500 "out of cam" gegenüber der D7100 kommen mir persönlich ausgewogener vor. Die Farb- und Detailwiedergabe ist sichtlich feiner, über alle ISO-Werte hinweg.

  Ebenfalls positiv verändert hat sich das Bildrauschen bei hoher ISO. Es wirkt harmonischer, fast wie Körnung, weshalb ich hier weniger eingreife, als ich es von Bildern mit der D7100 gewohnt war.

   Dennoch: anbetracht ihres Preises hätte sich die D500 in puncto Bildqualität deutlicher absetzen müssen. Die Bildqualität allein reicht meiner Meinung nach nicht als Rechtfertigung für einen Wechsel aus. Doch die D500 weiß an anderer Stelle zu überzeugen!


Nikon D500 Test
D500, 70-200 mm 2.8 VRII, 170 mm, 1/2500 sek, f 2.8, ISO 200

autofokus


Zu diesem Thema lege ich jedem das Video von Steve Perry ans Herz, dessen unkonventionelle Herangehensweise ich sehr mag. Natürlich sind die Modi nicht neu. All die Berichte über das neue Fokus-Modul sind jedoch Anlass genug, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Und bei unserem letzten Helgoland-Aufenthalt hatten wir reichlich Gelegenheit, mit den verschiedenen Modi zu experimentieren.

   Der Modus "Auto" kann natürlich nicht zaubern. Er hat sehr gut funktioniert bei landenden oder vorbeifliegenden Vögeln vor einem einheitlichem Hintergrund. Der Fokus arbeitet dabei sehr schnell und präzise. Offensichtlich sucht er sich das ruhigste Ziel, womit er bei den Vögeln sehr häufig auf dem Kopf lag. Viele in den Jahren zuvor gemachte Bilder konnten entsorgt werden. Wird das Ziel aber kleiner, sprich nicht mehr bildbestimmend, verirrt sich der Fokus auch gern einmal auf den Hintergrund.

   Der Modus "Group", wie er von Steve bevorzugt wird, funktioniert tatsächlich meist zuverlässig, setzt aber voraus, dass man in etwa weiß, wo das Motiv im Bild auftauchen wird. Also nichts für Schüsse aus der Hüfte. Doch Vorsicht: bei Aufnahmen im Nahbereich muss man bei diesem Modus darauf achten, welches der 4 Messfelder greift, sprich ob die Schärfe auch wirklich auf dem gewünschten Fleck sitzt.

   Mit dem "3D"-Modus kam ich bislang am wenigsten zurecht. Er sprang bei meinen Aufnahmen zu zufällig hin und her, als dass ich ihn hätte nutzen mögen. Hier braucht es offensichtlich deutlichere Farbunterschiede, wie z.B. in der Sportfotografie, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.

Eine Fotosafari hat mich in dieser Hinsicht bestätigt: der Autofokus ist bei bewegten Motiven vor homogenem Hintergrund superschnell. Sobald ein relativ statisches Motiv aber mehrere Ebenen enthält, z.B. ein Löwe im hohen Gras unter Bäumen, "verirrt" sich die Automatik gerne einmal. Daher bleibt die Einzelfeldmessung meine bevorzugte Einstellung. Schließlich kann keine Automatik wissen, welcher Bildteil der für mich wichtige ist. Hierbei kommt auch die hohe Abdeckung des Bildfeldes durch den Autofokus zum Tragen: es erspart bei der Einzelfeldmessung häufig das Nachführen.

   In jedem Falle aber ist der Fokus der D500 rasend schnell und sitzt auf dem Punkt. Mit dem 70-200 2,8 VRII ist kaum noch ein Zögern zu bemerken. Ein "Pumpen" tritt erst auf, wenn es deutlich an Licht bzw. Kontrast mangelt.

   Ein Nachtsichtgerät hält man aber auch mit der D500 nicht in der Hand. Im Nachthaus des Frankfurter Zoos konnte ich testen, wann der Autofokus noch greift und wann nicht. Auch die D500 findet hier den Fokus nur bei ausreichend starken Kontrasten und mit der Hilfe von lichtstarken Objektiven mit Blende 2.8 oder darüber. Das dann allerdings noch unter Bedingungen, bei denen mit der D800 schon nichts mehr zu holen ist.

   Auch hier greift der Fokus präzise. Und der Sensor arbeitet eine verblüffende Menge an Details und Farben heraus (siehe Bild 3 unter "iso-leistung"), wo das menschliche Auge bestenfalls noch ein paar Graustufen unterscheiden kann.

   In Sachen Autofokus und aufgrund der Größe des Messfeldes liegt die D500 ganz eindeutig um Längen vor ihren Vorgängern.


Nikon D500, Testbild
D500, 70-200 mm 2.8 VRII, 85 mm, 1/2000 sek, f 5,6, ISO 400

iso-leistung


Die Qualität des Bildrauschens hat sich bei der D500 gegenüber ihren Vorgängern geändert. Die Struktur wirkt bei höheren ISO-Werten weniger störend, mehr wie die Körnung bei analogen Filmen. Und das bei einer höheren Farbtreue und Detailwiedergabe. Daher traue ich mich bei der D500 durchaus an höhere ISO-Werte heran. 

   So habe ich mich bei der ISO-Automatik für einen Höchstwert von ISO 6.400 entschieden. Sowohl bei der D7100 wie bei der D800 bin ich nicht über ISO 3.200 hinausgegangen.

Im Fall der Fälle, wenn ich doch einmal manuell eingreifen muß, hilft die neue, günstigere Position der ISO-Taste.

   In den nachfolgenden Beispielen bin ich bis ISO 64.500 gegangen. Mir sind ISO 25.600 für den normalen Gebrauch bereits des Guten zuviel. Den Yeti würde ich aber auch mit ISO 64.500 bedenkenlos ablichten, käme er mir je vor die Linse.

Die Beispielbilder sind mit steigenden ISO-Werten fotografiert und ohne Rauschreduzierung oder Schärfung belassen. Bild 3 + 4 sind im Nachthaus des Frankfurter Zoos bei Dunkelheit gemacht worden. Fokussieren konnte ich hier nur mit dem zentralen Messfeld am Rand der dunklen Bildteile (Auge, Rohr). 

   Der Springhase, Bild 3, ist komplett "out of cam", die anderen mit geringen Anpassungen der Belichtung in Lightroom versehen. Woher die Kamera die Farben holt, erstaunt mich noch immer. Nachts sind eben doch nicht alle Katzen grau.

   Auch wenn die D500 in Sachen ISO-Leistung vielleicht nicht die bei Ihrer Ankündigung geweckten Erwartungen erfüllt, so ist doch mein Wunsch nach brauchbaren Bilder bei ISO 6.400 doch erhört worden. Daher liegt für mich die D500 auch bei der ISO deutlich vor ihren Vorgängern.


Ich möchte hier nachtragen, dass hohe ISO-Werte nur bei sauber belichteten Bildern gute Ergebnisse bringen. Im Netz fand ich Beschwerden, unterbelichtete Bilder bei ISO 12.800 seien, nach Belichtungskorrektur um 2-3 Blenden, völlig verrauscht.

Wie bei jeder anderen Kamera auch, kann die D500 Fehler des Fotografen nicht rückgängig machen. Je stärker die nachträgliche Belichtungskorrektur ausfällt, desto negativer wirkt sich mit steigender ISO zwangsläufig das Bildrauschen aus.


objektive


Die D500 ist mit ihren 21 MP im Bezug auf die Objektive lange nicht so anspruchsvoll, wie die D800 / D850 mit 35 bzw. 46 MP. Dennoch ist sie für mich persönlich zu hochwertig, als dass ich sie mit einem Allrounder, wie einem 16-300 mm Objektiv verwenden würde. Diese Linsen sehe ich doch eher an einer D3xxx oder D5xxx, und selbst dort bin ich kein Freund davon.

Ich habe zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten mit meinen Objektiven an der D500 gehabt, wie sie z.B. vom Fokussieren mit neueren Sigmas berichtet werden.

   Ich bin vor allem mit Vollformatlinsen unterwegs, dem Nikon 18-35 mm, 24-70 mm und 70-200 mm VRII (was beste Ergebnisse bringt!), dem Sigma 150 mm 1:2.8 Makro und dem Tamron 150-600 mm.


batteriegriff


Ich mag Batteriegriffe, weil sich die Kamera gerade mit größeren Objektiven besser greift, weil ich den Ersatz-Akku nicht dauernd vergesse und ich als "linksäugiger" Fotograf Vorteile beim Anschlag mit der Kamera habe (siehe hierzu das großartige Video von Joe McNally).

   Ich musste beim Preis des Originals diesmal schlicht passen. Bald traf mein Batteriegriff vom Fremdhersteller ein. Ich habe früher hierbei durchaus gute Erfahrungen gemacht. Es war diesmal ein Griff von Pixel Vertax, der sich auf den ersten Blick vom Original nur in der Konstruktion des Joysticks unterscheidet, der aber auch ein wenig "hakelt".

   Darüber hinaus machte er mir einen sehr guten Eindruck. Bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis konnte ich mir nicht vorstellen, wie viel besser das Original sein soll. So dachte ich!

   Bald hatte ich die Kamera mit Batteriegriff einige Tage in Folge im Einsatz gehabt. Am zweiten Tag waren überraschend beide Akkus leer. Verwendet man Griffe von Fremdherstellern, zeigt die D500 nur den Ladezustand des Akkus im Griff an. Ohne Akku im Griff, bleibt die Anzeige leer. Der Akku im Body wird nur bei demontiertem Griff angezeigt. Dies ist an sich ja nicht weiter tragisch und erschien mir anbetracht des Preisunterschieds als hinnehmbar.

Doch passiert war mir folgendes: der Fremdgriff hat immer wieder den Kontakt verloren. In diesen Momenten nutzt die Kamera quasi heimlich den Akku im Body.

   Als ich den leeren Akku aus dem Griff nahm, erkannte ich, dass der im Body bereits ebenfalls am Ende war. Ein bitteres Ende für jede Fotosession.

   Ob dieser Wackelkontakt bei anderen Pixel-Vertax-Griffen auftritt, kann ich natürlich nicht sagen. Ich habe mir jedoch einen Griff von Meike als Ersatz bestellt und folgende Erfahrungen gemacht:

- auch hier wird nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt!

+ kein "Wackelkontakt" mehr.

++ die Schale ist nicht so kantig ausgeführt wie bei Pixel-Vertax und greift sich angenehmer.

++ der Joystick reagiert deutlich direkter und hakelt nicht.

   Mittlerweile hat der Meike-Griff etliche Einsätze hinter sich. Er hat sich bislang einwandfrei geschlagen und sein Geld mehr als verdient. Vor kurzem hatte der Joystick am Griff dann einen ersten Aussetzer. Ich glaubte schon, seine Lebensdauer wäre abgelaufen. Doch einmal ab- und wieder anmontiert und weiter ging es.

   Womit Nikon die hohen Preise seiner Griffe rechtfertigt, und warum man sie nie als Teil einer Rabatt-Aktion sieht, bleibt mir verborgen.


probleme


Zugegeben, ich hatte schon etwas Magenschmerzen, eine Kamera "auf Verdacht" zu bestellen, anbetracht der "Kinderkrankheiten", die es bei Nikon zuletzt gegeben hat. Tom Hogan berichtete auf seiner Homepage auch schon bald von den ersten Problemen der D500, was meinen Magen nicht gerade beruhigt hat.

   Mit den Speicherkarten, sowohl SD wie auch XQD, gab es bislang keine Schwierigkeiten. Übrigens kann man sich das Geld für einen XQD-Kartenleser getrost sparen. Mit dem USB-3-Anschluss der D500 läuft das Herunterladen der Bilder direkt von der Kamera sehr zügig.

Bislang kann ich einzig das Problem mit älteren Akkus bestätigen. Die mit "01" gekennzeichneten Akkus werden in der D500 bereits als leer angezeigt, bringen in älteren Bodies aber noch über 500 zusätzliche Auslösungen. Doch hat Nikon hier schnell reagiert und dirket einen Austausch angeboten.

   Weitere modellabhängige Bugs habe ich in der gesamten Zeit, die ich die Kamera nun schon nutze, nicht feststellen können. Ganz im Gegenteil: die D500 hat sich für mich als ein äußerst zuverlässiger Begleiter erwiesen.


schlußgedanke


Seit dem Erscheinen der D500 ist nun einige Zeit ins Land gegangen. Noch immer ist sie das Flaggschiff unter Nikons Spiegelreflex APS-C Kameras. Welche Alternativen sind denkbar?

   Fotografen, die besonders auf den schnellen Autofokus und das große Messfeld weniger Wert legen, sind im Bezug auf Preis wie Leistung sicher gut beraten, die D7100, D7200 oder die D7500 in die engere Auswahl einzubeziehen. Hierzu empfehle ich Steve Perry's Vergleich zwischen der D500/D7500/D7200. Er kommt selbst nicht zu einer Rangfolge, zeigt aber die Unterschiede sehr genau auf! Es gibt mittlerweile gute Angebote für gebrauchte Bodies und die Preise für Neuware sind deutlich gesunken.

   Ganz aktuell haben wir mit der Z 50 die erste spiegellose APS-C Kamera von Nikon, die im direkten Vergleich zur D500 in Sachen Bildqualität sogar punkten kann. Die D500 hat dafür beim Autofokus (Tracking) eindeutig die Nase vorne. Ist man darauf nicht angewiesen, ist die Z 50 allein wegen ihres günstigen Einstiegspreises schon eine interessante Alternative. Vor allem Neueinsteiger, die noch keine oder nur einzelne Objektive besitzen, sollten sich mit der neuen Technik unbedingt vorab auseinandersetzen. Allerdings wird es noch dauern, bis Nikon weitere, vor allem lichtstärkerere DX-Objektive auf den Markt bringt.

Im Vollformat bietet Nikon die D750, die im Preis deutlich gesunken ist, doch konnte ich mich mit dieser Kamera aufgrund ihres kleinen Fokusmessfeldes und des langsameren Autofokus nie wirklich anfreunden. Jetzt hat Nikon mit der D780 einen Nachfolger für die D750 geliefert. Doch der Einstiegspreis ist überraschend hoch, ohne dass sich die D780 in meinen Augen durch technische Neuerungen entsprechend von ihrer Vorgängerin absetzen könnte.

   Die D850, die mittlerweile ebenfalls preislich Federn gelassen hat, ist sicher Nikons beste aber auch anspruchsvollste Kamera. Wer sich für dieses Modell entscheidet, muss bedenken, dass an der D850 nur hochwertige und damit teure Objektive Sinn machen. Auch stellt der Speicherbedarf der unkomprimierten Bilder von fast 100 MB große Ansprüche an den heimischen PC und dessen Peripherie.

  Dann gibt es seit über einem Jahr die beiden spiegellosen Modelle, die Z 6 und Z 7. Beide sind heute deutlich unter ihrem Einstiegspreis zu bekommen, weshalb man sich auch mit diesen Kameras vorab unbedingt einmal auseinandersetzen sollte (meine Erfahrungen mit der Z 6 findest Du hier).

  Dennoch ist die D500 für mich Stand heute nicht wegzudenken. Ich halte sie nach wie vor für Nikons beste und stimmigste APS-C Kamera und bin immer wieder gerne mit ihr unterwegs.


Dafür:

 

+ als Fan größerer, solider Bodies mit gewissem Eigengewicht kommt mir die D500 sehr entgegen.

+ das Klappdisplay als Neuheit in dieser Klasse, ist eine Zugabe, die ich gerne mitnehme.

+ der große, helle Sucher ist ebenfalls ein erfreuliches Plus.

+ gleicher Anschluß für den Selbstauslöser, wie an der D800. Das bedeutet, ein Kleinteil weniger herumtragen zu müssen!

+ die D500 ist absolut kompatibel zu meinen Objektiven. Keine Zukäufe wie z. B. einst bei der D800 angeraten bzw. notwendig.

++ das Handling der Kamera hat sich erfreulich verbessert und den Vollformatern angenähert. Wichtige Funktionen sind direkter zu erreichen. Eine größere Übereinstimmung bei den Bedienelementen erleichtert den schnellen Wechsel zwischen DX- und FX-Bodies deutlich.

++ die Bildqualität hat sich gegenüber der D7100 für mein Empfinden gesteigert. Das gilt für den Dynamikumfang wie für die ISO-Leistung. Bei ISO 6.400 erfüllt die D500 alle meine Erwartungen.

+++ der Autofokus ist schneller und präziser.

+++ das Fokusmessfeld über die gesamte Bildbreite erleichtert die Bildkomposition. Ein Nachführen ist kaum noch nötig.

   An die Größe des Messfeldes habe ich mich mittlerweile so gewöhnt, dass ich gar nicht mehr anders fotografieren möchte!

Dagegen:

 

- etwas geringere Bildauflösung gegenüber der D7100/7200.

- bei angesetztem Batteriegriff von Fremdherstellern wird nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt, der des Akkus im Body nicht (mein Dank an Thomas, siehe unten!).

- die Reaktionszeit des Bildschirms beim Starten der Anzeige ist vergleichsweise langsam.

-- mit den xqd-Karten ist nun eine dritte, teure Speichervariante ins Spiel gekommen. Sofern man den Puffer nicht mit 200-er Serien strapaziert oder hochauflösende Videos dreht, sind die SD-Karten jedoch vollkommen ausreichend. Ein doppelter SD-Kartenslot (wahlweise?) wäre nett gewesen.

-- vergleichsweise hoher Anschaffungspreis.

-- die D500 frißt Strom! Auch im Flugmodus liegt die Akkulaufzeit deutlich unter der meiner D7100. Kam ich früher mit einem Akku bequem über den Tag, komme ich nun im besten Falle "auf den letzten Strich" nach Hause. Wenn man dann noch öfter das Display nutzt, wird ein Ersatzakku zur Pflicht!

--- der originale Batteriegriff ist mit ca. 400,00 EUR - sehr milde ausgedrückt - absolut überteuert.


Hinweis: Ich fotografiere zu rein privaten Zwecken und schildere hier ausschließlich meine persönlichen Eindrücke. Ich erhalte keinerlei materielle oder finanzielle Zuwendung von Nikon oder anderen hier erwähnten Herstellern.

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Kommentare: 3
  • #3

    Karsten (Freitag, 30 März 2018 13:43)

    Da auch mir der Original Batteriegriff einfach zu teuer war, habe ich mir den Meike-Griff dazugenommen. Und muss sagen, perfekt. Es kommt vor, dass nicht beide Akkus angezeigt werden, ist aber nicht die Regel. Akku nochmal raus und wieder rein und dann werden beide Akkus angezeigt.

  • #2

    Thomas (Freitag, 17 März 2017 08:47)

    Du schreibst als Nachteil, dass bei angesetztem Batteriegriff nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt wird, der des Akkus im Body nicht.

    Dies ist mit dem original Batteriegriff von Nikon nicht der Fall, beide Ladezustände werden auf dem Display dargestellt.

  • #1

    Wolfgang (Donnerstag, 12 Januar 2017 22:25)

    Ich bin ambitionierter und wenn man den Kritiken glauben darf kein schlechter Landschafts und (Hobby) Tierfotograf.
    Derzeit fotografiere ich ich mit der D 7000 deren AF mich zu weilen an den rand der Verzweiflung treibt.
    Daher habe ich heute die D 500 bestellt und zwar mit dem original MB 17 Batteriegriff weil ich mit Fremdfabrikaten nur Pech hatte.