15 tipps für bessere zoobilder

(durch versuch und irrtum mühsam gesammelt)



Du hast Spaß am Fotografieren im Zoo gefunden? Du willst dabei mehr als bloße Erinnerungsfotos auf dem Handy? Dann ist der eine oder andere der folgenden Tipps vielleicht nützlich für Dich.

   Vorweg gesagt: es gibt ihn nicht, den einzig wahren Weg, gute Bilder zu machen. Im Zoo so wenig wie anderswo. Das wäre ja schließlich auch irgendwie schade. Jeder Fotograf entwickelt mit der Zeit seinen ganz eigenen Weg, die Dinge anzugehen. Deshalb will ich mich hier auch nicht damit befassen, was auf einem Zoofoto zu sehen sein soll, als vielmehr damit, wie ein Motiv unter den besonderen Bedingungen im Zoo gut auf das Bild kommt.

Auch wenn man durch die eigenen Fehler bekanntlich am meisten lernt - wie auch ich es selbst immer wieder tue - möchte ich Dir nachfolgende Grundlagen nahebringen, damit Du von Beginn an mehr Spaß an der Zoofotografie haben wirst.

   Beginnen möchte ich mit dem Teil der Lernkurve mit der größten Auswirkung im finanziellen Bereich: der Wahl der Ausrüstung. Etwas Überlegung und ein klein wenig Marktforschung vor dem Kauf helfen, gegenüber spontanen Entschlüssen und kurzlebigen Kompromissen, viel Geld zu sparen. Bereits gut ausgerüstete Fotografen können die Punkte 1 + 2 einfach überspringen.



1. kamera

Ich war in den 80er Jahren auf einer Kurzsafari in Kenia. Ich hatte das Glück, ein Nashorn zu sehen und fotografieren zu können. Doch mit dem 35mm-Objektiv meiner kleinen Minox, konnte das geschossene Foto von dem wenige Meter entfernt stehenden Dickhäuter nahezu 

nichts von der Intensität dieses Erlebnisses wiedergeben.

   Dabei war die Minox eine gute Kamera, doch für diesen Zweck eben nicht geeignet. So wird die falsche Kamera auch bei der Zoofotografie nicht die gewünschten Ergebnisse bringen, zumal wir dort besonders vor folgenden Problemen stehen:

 

- oft kommt man dem Motiv nicht so nahe, wie man möchte

- die Lichtverhältnisse wechseln ständig und sind häufig suboptimal

- die Motive besitzen ihren eigenen Willen und können schnell sein

- Glas, Gitter, Besucher oder Gehegeeinrichtung verstellen die Sicht

 

Was also sollte eine Kamera können, um hier Abhilfe zu schaffen?

 

- einen möglichst hohen Brennweitenbereich abdecken. Oder man

  muss die Kamera ständig herunternehmen, weil das Motiv zu dicht

  dran oder aber zu weit weg ist.

- auch bei höheren ISO-Werten (bis 6.400) gute Bilder machen. Bei

  trübem Wetter oder in den Tierhäusern mangelt es oft an Licht.

- zügig fokussieren und auslösen. Sonst ist es einfach mal wieder

  weg, das liebe Tier.

- einen großen, hellen Sucher haben. Über den Bildschirm lässt sich

  bei den unterschiedlichen Lichtverhältnissen das Motiv nicht immer

  sicher beurteilen.

 

 Mein Rat geht zu den modernen digitalen Spiegelreflexkameras oder spiegellosen Kameras, denn:

 

- sie ermöglichen den Einsatz von Wechselobjektiven! Nur mit ihnen

  lässt sich der notwendige Brennweitenbereich in der gewünschten

  Qualität abdecken bzw. ist eine Spezialisierung mittels einem sehr

  hochwertigen Objektiv mit der "Lieblingsbrennweite" möglich.

- sie ermöglichen mittlerweile das Fotografieren mit zu analogen

  Zeiten unvorstellbar hohen ISO-Werten.

- sie lösen nahezu verzögerungsfrei aus und fokussieren schnell.

- sie haben hochwertige Sucher, meist zusätzlich zum Bildschirm.

 

Heute erfüllen die meisten Modelle aller namhaften Anbieter diese Kriterien, ohne dass sich einer davon besonders herausheben ließe. Die Wahl des Herstellers ist am Ende eine Frage des Geschmacks und der Größe des eigenen Sparschweines.

   Nimm die für Dich in Frage kommenden Modelle vor dem Kauf im Laden unbedingt einmal selbst in die Hand. Die technischen Werte einer Kamera können noch so gut sein, wenn Dich die Kamera durch ihre Haptik, ihr Menü und die Anordnung ihrer Bedienelemente nicht auf Dauer anspricht, ist die Freude kurz.

Es müssen auch nicht gleich die teuersten Modelle sein. Bereits die Einsteigermodelle der bekannten Hersteller ermöglichen qualitativ gute Bilder, verfügen nur nicht über sämtliche Zusatzfunktionen bzw. Einstellmöglichkeiten.

   Bleibt noch die Wahl zwischen APS-C und Vollformatkameras. Doch die Antwort auf diese Frage würde den Rahmen sprengen und käme doch zu keinem eindeutigen Ergebnis. Zusätzlich scheinen sich alle großen Hersteller zumindest bei den spiegellosen Kameras endgültig vom APS-C-Format verabschieden zu wollen, weshalb die Frage nicht mehr so sehr im Vordergrund steht.

  Entscheidend ist letztlich, welche Kamera mit welcher Bildauflösung und ISO-Leistung zur Wahl steht. Vergleicht man zwei Kameras mit ähnlicher Auflösung, so weist die Vollformatkamera in der Regel ein geringeres Bildrauschen und einen weicheren Schärfeverlauf auf.

   Die APS-C Kamera ist hingegen oft günstiger und man kommt durch den engeren Bildausschnitt vermeintlich "näher" an das Motiv heran. Das ist besonders bei Aufnahmen mit Makro- bzw. Teleobjektiven interessant.

  Eine Vollformatkamera mit einer doppelt so hohen Auflösung lässt das nachträgliche Beschneiden einer Aufnahme zu und hat im Vergleich zum APS-C-Format nahezu die gleiche Auflösung. Jedoch sind diese Kameras vergleichsweise teuer und stellen die höchsten Anforderungen an die Qualität der verwendeten Objektive.

   Die mittlerweile fast marktbeherrschenden spiegellosen Kameras haben den Vorteil, geräuschlos auslösen zu können. Dies ist für Tierbilder natürlich ein großer Vorteil, da die Tiere nicht unnötig aufgeschreckt werden. Allerdings muss ich gestehen, dass einige meiner Bilder deshalb so gelungen sind, weil die Tiere durch das Auslösegeräusch auf mich aufmerksam wurden und mir daraufhin direkt in die Kamera geschaut haben.

  Für welches Modell die Entscheidung letztlich auch ausfallen mag, sie wird immer nur zu einem Kompromiss führen. Die ideale, allen Bedürfnissen gerecht werdende Allround-Kamera gibt es einfach nicht.

Elefantenbulle im Amboseli National Park, Kenia. Geschossen mit einer Minox 35, auf Kodakchrome 64, 1982. Nicht die optimale "Wildlife-Kamera"!
Elefantenbulle im Amboseli National Park, Kenia. Geschossen mit einer Minox 35, auf Kodakchrome 64, 1982. Nicht die optimale "Wildlife-Kamera"!

2. objektive

Die Wahl des richtigen Objektivs ist in meinen Augen entscheidender, als die der Kamera. Ein schlechtes Objektiv mindert die Bildqualität selbst an der besten Kamera. Hingegen verhilft ein gutes Objektiv auch an günstigen Kameras zu besseren Ergebnissen.

  Hier gilt leider meist: je besser, desto teurer. Trotzdem gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Anbietern. Es muss nicht zwingend das Profi-Objektiv zum Preis eines Kleinwagens sein. Doch vermeintlich günstige Einsteigerobjektive können über die Zeit zu wachsender Unzufriedenheit führen. Dann wirst du dich bald nach einem höherwertigen Objektiv umsehen.

   Nimm Dir für die Auswahl Zeit. Informiere Dich in aller Ruhe über alternative Modelle, teste, wenn möglich. Nur so wirst Du vermeiden, für eine Brennweite mehrmals Geld auszugeben. Teurere Objektive gebraucht zu erwerben, ist durchaus eine gute Alternative.

   Wenn Du Dich mit der Zeit für ein höherwertigeres Kameramodell entscheiden solltest, kannst Du die Objektive weiter verwenden. Hier von Beginn an mit Bedacht zu investieren, kann sich, über die Jahre gesehen, durchaus auszahlen.

   Für Nahaufnahmen empfehle ich echte Makro-Objektive, kein Zoom mit "Makrofunktion". Zooms fokussieren in der Regel langsamer und bringen fast immer Einbußen bei der Bildqualität mit sich. Makros mit einer Festbrennweite zwischen 90 bis 200 mm halte ich für ideal. 

   Eine "Standardbrennweite" im Bereich von 24-70 oder 24-120 mm dabei zu haben, schadet nicht. Allerdings kommt diese Brennweite bei mir vergleichsweise selten zum Einsatz. Ich nehme solche Linsen mehr zur Sicherheit mit in den Zoo, um nicht vielleicht doch ein Motiv zu verpassen.

   Ein Teleobjektiv ist für mich im Zoo ein Muss! Hier ist ein Zoom ganz besonders geeignet, um die Brennweite jederzeit den Gegebenheiten anpassen zu können. Zoomobjektive sind in der Regel auch günstiger als vergleichbare Festbrennweiten, wobei sie natürlich nie ganz deren Qualität erreichen.

   Meiner Erfahrung nach beginnen Teleobjektive bei Brennweiten ab 300 mm Spaß zu machen. Um den Tieren nahe kommen zu können, rate ich zu Zooms mit 400 oder gar 600 mm maximaler Brennweite, wobei letztere aber gewichtsmäßig vielleicht nicht mehr jedermanns Sache sind. Geschätzte 35-40% meiner Zooaufnahmen sind jedoch im Bereich von 400 bis 600 mm entstanden.

  Je höher die Lichtstärke eines Objektivs, desto mehr Spielraum bei der Belichtungszeit und der Tiefenschärfe hat man. Makroobjektive sollten eine Offenblende im Bereich von f/2.8-4.0, Teleobjektive bis 300 mm f/2.8-4.0 und von 300 mm bis 600 mm f/4.0-6.3 haben.

Eine geringere Lichtstärke bedeutet aber nicht gleich eine schlechtere Bildqualität. Nur kommt man damit etwas schneller in eine Situation, bei der ein verwacklungsfreies Bild nicht mehr möglich ist. Leider sind Objektive mit höherer Lichtstärke entsprechend teuer.

   Bei den Objektiven gibt es schon seit vielen Jahren Modelle mit Verwacklungsschutz. Auch wenn von einem echten "Schutz" keine Rede sein kann, kann er bei so manchem Bild für den Unterschied zwischen reinem Ausschuss und einem echten Treffer sorgen.

   Teste vorab unbedingt auch die Autofokuseigenschaften Deines Wunschobjektivs: je schneller und treffsicherer es fokussiert, desto besser. Hier gibt es teils deutliche Unterschiede! Fährt das Objektiv erst 5x hin und her bevor es scharf stellt, hat das Motiv häufig schon das Weite gesucht.

   "Allrounder", also Objektive mit extremen Brennweitenbereichen, wie 18-400 mm, mögen zunächst reizvoll erscheinen, doch habe ich mit ihnen bislang keine guten Erfahrungen gemacht. Selbst wenn die technischen Werte gut klingen mögen, fallen sie bei der Bildqualität bzw. der eben angesprochenen Fokusgeschwindigkeit oft schnell und weit zurück. 

    Generell gilt für die Kamera wie für die Objektive: die Ausrüstung ist immer mitverantwortlich für die Qualität einer Aufnahme, jedoch nicht für das, was darauf zu sehen ist! Im besten Falle ermöglich eine gut geeignete Ausrüstung aber ein Bild in einer Situation, wo anderes Gerät längst versagt hätte. Die Ausrüstung muss zu Dir und Deiner Art und Weise wie bzw. was Du fotografierst passen und Dich dabei so gut wie eben möglich unterstützen. Ganz unabhängig von der Marke oder dem Preis.

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Suboptimale Brennweite :)

3. stativ

Selbst bei schönem Wetter und in den Außenbereichen ist ein gutes Stativ hilfreich und kann für das letzte Quäntchen Schärfe sorgen, das die "Aufnahme des Tages" vom Ausschuss trennt. Für Teleobjektive mit hoher Brennweite ist ein Stativ fast schon ein Muss!

   Dreibeinstative sind ideal, wenn es darum geht, das Maximum an Stabilität und damit Schärfe zu erreichen. Doch sind sie wegen ihres hohen Platzbedarfs nur bedingt für den Zoo geeignet. So werden sie schnell zu einer Zumutung oder gar Stolperfalle für andere Besucher und damit auch zur Gefahr für die eigene Ausrüstung. Neuerdings erheben manche Tierparks für Dreibeinstative sogar ein zusätzliches Eintrittsgeld.

   Außerdem ist man mit einem Dreibein oft einfach nicht schnell und flexibel genug, um auf die Bewegung der Tiere reagieren zu können.

Stabile Einbeinstative mit einem 2-Wege-Neiger oder Kugelkopf sind für mich der ideale Kompromiss. Sie sind vergleichsweise günstig, leicht zu transportieren, schnell zu bedienen und sie benötigen kaum mehr Stellfläche als es ein Fotograf an sich schon tut.

   Und man ist um ein Vielfaches schneller, wenn es gilt, die Position zu wechseln. Dies wird vor allem bei Makroaufnahmen deutlich, wo ein Tier besonders schnell aus dem Bildbereich geraten kann.

   Meide aber in jedem Falle die Billigteile. Achte unbedingt darauf, dass das Stativ wertig und stabil verarbeitet ist und die angegebene Tragkraft von Stativ und Kopf für deine Ausrüstung ausreicht. Oder möchtest Du wirklich Deine möglicherweise viele Hundert Euro teure Ausrüstung einem Stativ für 30 Euro anvertrauen? Es macht ein sehr unschönes Geräusch, wenn eine Kamera auf dem Boden aufschlägt!


4. (kein!) blitz

Hier lohnt sich das Sparen hingegen am allermeisten. Man kann es leider nicht oft genug erwähnen: spare Dir den Blitz, ganz gleich ob er in Deinem Zoo ohnehin ausdrücklich verboten ist oder nicht!

  Blitzlicht ruiniert Zoobilder in den meisten Fällen völlig, da es von überallher reflektiert wird und es stört andere Besucher.

Doch vor allem, und das scheint viele Besucher zu überraschen, werden die Tiere durch das Blitzlicht enorm gestresst oder sogar geschädigt. Erfahrene, leidgeprüfte Tiere drehen sich schon weg, sobald sie nur eine Kamera sehen. Auch das Fokus-Hilfslicht lasse daher bitte ausgeschaltet!


5. transportbehältnis

Dieses Thema ist im Hinblick auf den Wohlfühl- und Sicherheitsfaktor nicht zu unterschätzen. Sorge immer für einen hohen Tragekomfort, damit sich ein längerer Zoobesuch nicht schmerzhaft bemerkbar machen kann.

  Persönlich rate ich von Schultertaschen ab. Ich benutze in der Regel lieber Rucksäcke, Hüfttaschen oder Gürtelsysteme. Schultertaschen rutschen nicht selten ausgerechnet im entscheidenden Moment der Aufnahme von der Schulter. Oder Du stellst die Tasche jedes Mal am Boden ab, wo sie im Auge behalten werden will und für Dich und andere schnell zum Hindernis wird. 

Je weniger Gedanken Du Dir beim Fotografieren um den Transport der Ausrüstung machen musst, umso besser.

  Achte darauf, dass die mitgeführte Ausrüstung schnell und sicher erreichbar ist. Wenn Du für jeden Objektivwechsel erst mühsam Regenjacke und Thermoskanne aus dem Weg räumen musst, hat sich Dein Motiv möglicherweise bereits verzogen.

   Auch hier lohnt es sich, nicht nach dem Billig-Produkt zu greifen, wenn Du Dich auf die Verarbeitung wirklich verlassen können und längerfristig investieren möchtest. Der Gebrauchtmarkt bietet hier ebenfalls eine Menge guter Gelegenheiten!


6. fotografieren durch gitter

Gitter sind physisch wie optisch ein Hindernis. Es hilft, so nahe wie möglich bzw. zulässig an das Gitter heranzugehen. Im Idealfall kann man das Objektiv am Gitter anlegen.

   Benutzt Du dann noch ein möglichst lichtstarkes Objektiv, kannst Du die Gitter bei offener Blende durch die geringere Tiefenschärfe nahezu verschwinden lassen.

 Dabei muss der Abstand zwischen Kamera und Gitter deutlich kürzer sein, als der des Motivs zum Gitter, sonst funktioniert dieser Effekt nicht mehr. Befindet sich das Motiv selbst bereits sehr dicht am Gitter sind alle Mühen vergebens.

   Achte dabei darauf, dass auf das Gitter selbst kein oder möglichst wenig Licht fällt. Scheint die Sonne direkt auf das Gitter, überstrahlen die Reflexe das Motiv. Schon den Versuch kannst Du Dir sparen.

  Mit Gittern im Bildhintergrund verhält es sich genauso. Je größer der Abstand des Motivs dazu ist, umso größer ist die Chance, dass sie auf dem Foto später nicht zu sehen sind.

   Sind Gitter später auf dem Foto sichtbar, stören sie oft sehr, und sind selbst in der Nachbearbeitung nur sehr mühsam zu entfernen. Das gilt, wie man auf dem Foto mit dem Luchs erkennen kann, ganz besonders für Maschendrahtzäune. Damit werden eigentlich schöne Bilder schnell uninteressant oder gar unbrauchbar.

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Zu großer Eigenabstand zum Drahtzaun. Ein störendes Gittermuster ist deutlich zu erkennen.

Bei ganz engmaschigen Gittern, wie man sie gelegentlich z. B. vor Vogelgehegen findet, kann man sich das Fotografieren hingegen direkt sparen, weil die Störungen das Motiv vollständig überlagern.


7. fotografieren durch glasscheiben

Glas hat andere störende Eigenschaften als Gitter. Gerne spiegelt sich darauf das direkte Umfeld und macht das Motiv unkenntlich. Es hat mir Bilder verdorben, als genau im Moment der Aufnahme hinter mir jemand in einem blau-weiß gestreiften Pulli vorbeiging. Die Streifen spiegelten sich in der Scheibe und waren aus dem Bild nicht mehr herauszubekommen.

   Manchmal können andere Besucher aber auch helfen, dank ihres Schattens störenden Lichteinfall zu mindern.

   Gehe so nah an die Glasscheibe heran wie möglich, um störende Einflüsse so gut es geht zu eliminieren. Im Idealfall kannst du das Objektiv an der Scheibe anlegen. Trage selbst möglichst dunkle, unifarbene Kleidung um nicht selbst Störungen zu erzeugen.

  Und besonders wichtig: fotografiere möglichst immer im rechten Winkel durch die Scheiben hindurch! Fotografiert man vor allem durch die in Zoos häufig zu findenden Panzerglasscheiben schräg, verliert das Bild enorm an Schärfe. Ganz gleich wie gut es vielleicht auf dem Display noch ausschauen mag, die Betrachtung auf dem PC offenbart es später gnadenlos!

   Und dann gibt es noch die Scheiben, die das Fotografieren leider unmöglich machen. Manchmal sind Glasscheiben von so schlechter Qualität, dass sie selbst wie eine Linse wirken und jede Aufnahme verzerren. Auch gibt es Scheiben, die von innen mit einer zusätzlichen

Wilde Reflexe auf der Glasscheibe. Manchmal reizvoll, meist aber einfach nur störend.
Wilde Reflexe auf der Glasscheibe. Manchmal reizvoll, meist aber einfach nur störend.

Schutzfolie versehen sind, die zusätzlich ungünstigen Einfluss auf die Fotos hat. In solchen Fällen bitte nicht verzweifeln, es liegt ganz sicher nicht an der eigenen Ausrüstung, wenn Fotos aus solchen Gehegen nie richtig scharf werden. 


8. iso-automatik

Auch wenn sie nicht immer frei von Tücken ist: ich nutze die ISO-Automatik im Zoo regelmäßig. Denn ich war schon häufig in der Situation, dass mir nur wenige Sekunden für ein gutes Bild geblieben sind, weil das Tier sofort die Position geändert hat. Hätte ich die ISO erst manuell auf den idealen Wert einstellen müssen, wäre mir das Motiv entgangen.

  Außerdem verändern sich die Lichtverhältnisse bei einem Rundgang im Zoo ständig. Mal befindet sich ein Motiv im Sonnenlicht, mal im Schatten. Eben ist man am Freigehege, dann in einem Gebäude. Da vergisst man schnell einmal auf die ISO zu achten und schon geht ein Bild verloren. Auch ist es ärgerlich, wenn man zuhause feststellt, eine ganze Serie versehentlich mit falscher ISO geschossen zu haben.

   Ein unnötig hoher ISO-Wert drückt die Bildqualität. Er verstärkt das Bildrauschen und senkt den Dynamikumfang. Bei einer zu niedrigen ISO erreiche ich möglicherweise die nötige, kurze Belichtungszeit nicht mehr und die Aufnahme verwackelt.

   Daher mache ich mit jeder neuen Kamera vorab ein paar Testbilder bei steigenden ISO-Werten und schaue mir diese am PC an. Den höchsten ISO-Wert, bei dem die Bildqualität noch akzeptabel ist, bzw. die Nebenwirkungen in der Nachbearbeitung noch gut zu korrigieren sind, nehme ich künftig als Höchstwert für die ISO-Automatik, den ich nur in Extremfällen und nur ganz bewusst manuell überschreite.

   Bei der Eingabe der maximalen Belichtungszeit in den Einstellungen für die ISO-Automatik sollte man daher kurz in sich gehen. Eine recht lange Belichtungszeit (z. B. 1/125 sec) begünstigt niedrige ISO-Werte. Diese kann bei bewegten Motiven aber zu kurz sein und schnell zu unscharfen Bildern führen. Eine kurze Belichtungszeit (1/800-1/1.000) hingegen mindert das Risiko verwackelter Motive, treibt aber die ISO-Werte schnell in die Höhe. Hier heißt es, den für sich selbst bzw. die Situation besten Kompromiss zu finden.

   Für den weiteren Umgang mit der ISO-Automatik haben sich zwei unterschiedliche Methoden etabliert: das Arbeiten mit Zeitautomatik oder im manuellen Modus.

   Bei der Zeitautomatik wählt man die Blende vor. Die Kamera wählt auf Basis bei der ISO-Automatik eingestellten Vorgaben die passende Kombination aus Belichtungszeit und ISO.

   Der Vorteil liegt in der hohen Flexibilität bei sich ständig ändernden Lichtverhältnissen. Der Nachteil ist, dass man hier die Belichtungszeit nicht direkt unter Kontrolle hat. Sobald die in der ISO-Automatik festlegte Zeit für das Motiv nicht ausreicht, kommt es zu unscharfen Aufnahmen.

  Die andere Variante besteht darin, die ISO-Automatik zu aktivieren, die Kamera aber auf den manuellen Modus einzustellen und die für die angestrebten Motive optimalen Werte für Belichtungszeit und Blende manuell auszuwählen. Die Kamera wählt automatisch die dazu passende ISO aus.

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Typischer Fall von "zu spät"!

Der Vorteil liegt in der völligen Kontrolle über die Belichtungszeit. So kann man, wenn die automatisch gewählte ISO bei der eingestellten Zeit sehr hoch ist, Bild für Bild mit der Belichtungszeit hochgehen und damit die ISO senken. Irgendwann wird die Zeit für ein scharfes Bild zu lang geworden sein, auf dem Weg dorthin hat man aber sicher noch den ein oder anderen Treffer bei niedriger ISO gelandet.

   Der Nachteil ist hier, dass man im Eifer des Gefechtes vielleicht die ISO aus den Augen verliert, die dann schnell den Grenzwert erreichen kann. Sobald der vorgewählte ISO-Wert nicht mehr ausreicht, sind die Aufnahmen über- bzw. unterbelichtet.

   Beide Varianten sind also nicht frei von Risiken. Man hat die Wahl zwischen verwackelten und falsch belichteten Aufnahmen. Und darin liegt, meiner Meinung nach, auch die Lösung:

   Wenn ich z.B. in einem Reptilienhaus fotografiere, bewegen sich die in Frage kommenden Motive selten hektisch. Aber das Licht wechselt von einem Terrarium zum anderen stark. Hier nutze ich vorzugsweise die Zeitautomatik.

    Bei z.B. einer Flugshow benötige ich hohe Belichtungszeiten, um überhaupt scharfe Aufnahmen zu bekommen. Die Lichtverhältnisse wechseln dort in der Regel aber nicht sprunghaft. Dafür bietet sich der manuelle Modus an.

    Am Ende ist es eine Frage der eigenen Vorliebe und der Übung. In beiden Fällen gilt es, sich anzutrainieren, die Werte für Zeit, Blende und ISO vor und während der Aufnahmen im Auge zu behalten, um unerwünschte Ausreißer zu vermeiden. In beiden Fällen kann man die Werte nach ersten "Sicherheitsbildern" von Hand optimieren, was im "manuellen Modus" vielleicht doch ein bisschen leichter fällt.

  

 

"Schau mal Opa, ein Marabu!".

"Ei Kind, des is kein Marabu, des issen Geier! Ei, des weiß mer doch. En Geier is des. En Geier, wie der Attila bei der Eintracht!".

(Für alle Nicht-Frankfurter: Attila ist das Maskottchen der Frankfurter Eintracht und natürlich ein stolzer Steinadler).


9. serienbilder

Vorbei sind die Zeiten, als jede Aufnahme auf Dia- oder Bilderfilm bares Geld gekostet hat. Die Älteren werden sich noch erinnern :)

   Digitalkameras lassen Serienbilder in hoher Geschwindigkeit zu, ohne dass der Film gleich voll bzw. jede Auslösung direkt ins Geld geht. Das ist gegenüber früher echter Luxus!

   Serienbilder können hilfreich sein, um vielleicht den besonderen Moment des Blickkontaktes zu erwischen, um das eine Bild zu haben, das schlussendlich das entscheidende Quäntchen schärfer ist oder jenes, auf welchem das Tier die schönere Pose zeigt.

   Ich schieße gerne kurze Serien um die 3-5 Bilder im langsamen Modus. So sinkt das Risiko, dass Bilder verwackelt sind oder die Tiere in der Sekunde der Aufnahme die Augen geschlossen hatten. Tiere in "Action" berechtigen auch zu längeren, schnellen Serien!

   Ich kann aus 3 Gründen aber nur davon abraten, den Finger ständig auf dem Auslöser zu halten und minutenlange Serien zu schießen: erstens hat das meiner Ansicht nach mit bewusster Fotografie nichts mehr zu tun, zweitens verlierst Du sehr schnell den Spaß daran, aus Hunderten von Bildern das beste auszuwählen. Häufig verstopfen diese Serien unbearbeitet den heimischen Rechner.

   Und nicht zuletzt wird die Lebensdauer einer Digitalkamera in der Zahl ihrer Auslösungen gemessen. Dazu zählen eben leider auch alle unnütze geschossene Bilder. Und gehen damit doch ein gehöriges Stück weit ins Geld!

Zoofotografie, Zoo Fotos, Zoo Fotografie
Der richtige Moment für Serienbilder

Jedoch: wenn Du glaubst, das Bild des Tages geschossen zu haben und das Motiv Dir Zeit für weitere Bilder lässt, nutze die Gelegenheit! Ich musste schon oft feststellen, dass die Bilder auf dem Display der Kamera besser aussahen, als bei der Sichtung am PC. Häufig war ich froh, weitere Bilder gemacht zu haben, die schlussendlich noch den entscheidenden Hauch besser waren.

 

Ein Junge kommt vom Futterautomat zu seinen Eltern gelaufen: "Mama? Zwei Sachen: erstens, hast Du einen Euro fünfzig und zweitens, was heißt defekt?"


10. bildkomposition / annäherung an die tiere

Jeder Mensch hat seine eigene Auffassung von gelungenen Bildern und das soll auch so sein. Doch ganz gleich ob ich das Tier in Gänze, im Portrait oder im Detail aufnehmen möchte: vom Gehege sollte in jedem Fall so wenig wie möglich zu erkennen sein. Also keine Bilder von Tieren an Futterstellen, vor Gittern, Ställen oder ähnlichem. Denn diese Dinge lenken einfach zu sehr vom eigentlichen Motiv ab und lassen ein Foto schnell uninteressant erscheinen.

   Im Idealfall sollte man eine Aufnahme aus dem Zoo nicht von einer in freier Wildbahn gemachten unterscheiden können. Ich habe nur ganz wenige Aufnahmen, die gerade deshalb interessant sind, weil sie das Tier in Verbindung mit seinem Gehege zeigen.

   Bilder werden dann für den Betrachter besonders spannend, wenn die Augen der Tiere sichtbar sind, im Idealfall Blickkontakt besteht. Dies gilt vor allem für Tierportraits. Rückansichten von Tieren mögen vielleicht den momentanen Jagdtrieb befriedigen, werden spätestens zuhause aber doch aussortiert.

   Je näher man den Tieren kommen möchte, um so wichtiger ist es, dabei auf ihre Reaktion zu achten. Wenn das Tier bei der Annäherung den Kopf wendet, aufsteht oder beginnt, den Standort zu wechseln, sollte man sich den nächsten Schritt sparen, es wird sonst in Deckung gehen. Besser gleich bei der ersten deutlichen Reaktion des Tieres innehalten, nur vorsichtige Bewegungen mit der Kamera machen und zur Sicherheit vielleicht ein erstes Bild schießen. Entspannt sich das Tier, kann man einen weiteren Schritt wagen.

   Niemals frontal auf ein Tier zulaufen und dabei gleich die Kamera hochreißen. Das signalisiert eine handfeste Bedrohung und verleitet selbst abgehärtete Zootiere zur Flucht.

   Besser ist es, Desinteresse zu heucheln, und sich indirekt, etwa im Zickzack, auf das Tier zuzubewegen und die Kamera dabei seitlich zu halten. Vermeide dabei direkten Blickkontakt! Mag lustig klingen, hilft aber oft!

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Blickkontakt

Wenn ich die Kamera hochnehme, tue ich das seitlich zum Tier und drehe mich dann langsam zu ihm hin. Dabei kann es vorkommen, dass das Tier neugierig auf die Kamera wird und von sich aus zu mir schaut oder gar näher kommt. Das ist der Moment, auf den man vielleicht schon lange gewartet hat. 

   Etwas schwieriger, aber durchaus lohnenswert ist es, das Tier auf sich zukommen zu lassen. Manchmal lassen die Bewegungen der Tiere ein Muster erkennen. Diese schaue ich mir an, suche mir dabei eine passende Stelle aus, richte mich mit der Kamera darauf ein und warte, dass das Tier genau dort erscheint. Mit etwas Glück lässt sich das sogar einige Male wiederholen.

   Achte darauf, dass du dich möglichst auf gleicher Höhe mit deinem Motiv befindest. Befindet sich das Tier deutlich über oder unter dir, wirkt das Bild schnell unnatürlich und reizlos. In manchen Tierparks schaut man von oben auf die Gehege herab. Hier halte ich es generell für äußerst schwierig, zu guten Bildern zu kommen.

 

Enkelin, leicht entrüstet: "Aber Oma, Meerschweinchen an Land, das geht doch gaaaaar nicht!"


11. bildauswahl + bearbeitung

Sei vom ersten Tag an streng mit Dir! Sichte Deine Bilder frühzeitig und sortiere alle nicht gelungenen Fotos aus. Selbst ein bisschen scharf ist immer noch unscharf! Beweis- oder Erinnerungsbilder sind nur sinnvoll, wenn Du das Bild später gegen gelungene Aufnahmen austauschen möchtest. Ansonsten wächst Dir die Menge an Bildern schnell über den Kopf.

   Überlege stets, was Du mit Deinen Bildern zeigen möchtest und ob Dir das in jedem Einzelfall gelungen ist. Bilder, die einer Erklärung bedürfen, funktionieren nicht und gehören aussortiert!

  Vergleiche alte und neue Fotos mit den gleichen Tieren miteinander und sortiere die weniger gelungenen immer wieder aus! Wenn Du den Vorgang mit einigem zeitlichen Abstand wiederholst, hast Du gedanklich Abstand zu den Bildern gewonnen. Das erleichtert die Auswahl deutlich.

   Sei nicht enttäuscht, wenn nach einem Besuch vielleicht nur eine Handvoll wirklich brauchbarer Aufnahmen übrig bleiben. Das ist ein ganz normaler Schnitt.

Ich kenne Fotografen, die größten Wert darauf legen, dass ihre Bilder bereits "out of cam" perfekt sind, also keiner oder nur sehr geringer Bearbeitung bedürfen. Das ist ein edles Ziel.

  Ohne in diese Grundsatzdiskussion einsteigen zu wollen: ich arbeite immer daran, bereits in der Kamera ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Doch ich erlebe die Zoofotografie als sehr ereignisabhängig, soll heißen, es bleibt für ein Bild oft nur sehr wenig Zeit. Meist zu wenig, um die optimalen Einstellungen zu finden. Ganz besonders der Weißabgleich ist wegen der verschiedenen Lichtquellen in einem Zoo schwer zu beurteilen und über die Kamera zu steuern.

   Wenn Du an der Zoofotografie gefallen findest, traue Dich doch auch an das Thema "Bildbearbeitung" heran. Sei es auch nur, um die Bilder vielleicht noch schöner zu machen, als sie es ohnehin schon sind :o)

 

Der Enkel zur Oma: „Wo sind denn die wirklich gefährlichen Fische? Die mit FEUER oder GIFT?“


12. termin

Achte bei der Planung des Zoobesuchs besonders auf Brücken- und Feiertage oder Ferien. Warum? Nicht nur, dass der an solchen Tagen wahrscheinliche Besucheransturm weniger Möglichkeiten zur freien "Entfaltung" bietet. Je voller der Zoo, desto mehr ziehen sich die Tiere in der Regel zurück und sind weniger gut zu sehen, als an normalen Tagen.

Doch ist so ein Tag nicht automatisch sinnlos. Sind einmal sehr viele Menschen im Zoo, suche ich erst die nicht so angesagten Bereiche auf und bewege mich möglichst gegen den Strom. 

 

„Ich will jetzt aber zu den Erdmännchen. Eeeeerdmännchen, wie süüüüüüüüüüüüüüüß!. Papa, können wir jetzt gehen?“.


13. uhrzeit

Es gibt keine perfekte Tageszeit für einen Zoobesuch. Manche Tiere sind morgens sichtbar und verbergen sich im Lauf des Tages vor den zunehmenden Besuchermengen. Andere sind dagegen vielleicht in der Dämmerung aktiv und erscheinen erst am späteren Nachmittag.

   Auch die Reinigungs- und Fütterungszeiten haben großen Einfluss darauf, zu welcher Zeit die Tiere am besten zu beobachten sind.

 Natürlich sind die Morgen- und Abendstunden wegen des schöneren Lichteinfalls immer empfehlenswert. Jedoch liegen manche Gehege dann noch oder schon komplett im Schatten. Hier heißt es schlicht, eigene Erfahrungen zu sammeln.

   In der Regel komme ich früh und gehe spät. Morgens sind die Tiere oft noch neugierig, wer denn da so kommt. Abends entspannen sie

sich häufig mit der sinkenden Besucherzahl. Die Hauptstoßzeit in den Mittagsstunden nutze ich zur Rast oder um den Weg für die nächste Runde festzulegen.

   Oder aber, ich habe ein bestimmtes Ziel vor Augen, z.B. besonderen Nachwuchs. Dann gehe ich auch einmal für 1-2 Stunden ganz gezielt in den Zoo. Doch gerade hier ist eine Uhrzeit kaum vorherzusagen. Ich habe eine Löwin mit Jungen erlebt, die in ihrem Unterschlupf lag und sich über mehrere Stunden nicht (heraus)bewegt hat. Pech!

  Bietet Dein Zoo gelegentlich verlängerte Öffnungszeiten an? Dann bietet das oft die ideale Gelegenheit für ungewöhnliche Bilder.

 

"Papaa? Sind Fische eigentlich gute Schwimmer?".


14. wetter

Trübe Tage sind gleichbedeutend mit schlechten Lichtverhältnissen. Selbst unter freiem Himmel reicht das Licht schnell nicht mehr zum Fotografieren aus. Auch sind die Tiere an solchen Tagen oft weniger aktiv, als bei schönem Wetter mit Sonnenschein.

   Trübe Tage versprechen andererseits aber leere Zoos. Die Tiere zeigen dann oft ein verändertes Verhalten oder besetzen andere Stellen im Gehege, wodurch sich vielleicht wieder neue, interessante Motive ergeben. Und wenn es einmal richtig regnet, bleibt immer noch die Möglichkeit, in aller Ruhe in den deutlich leereren Häusern zu fotografieren.

   Tolle Bilder sind aber auch bei strahlendem Sonnenschein nicht garantiert. Gerade die Mittagssonne kann schnell des Guten zu viel tun und die Motive überstrahlen oder die Tiere in den Schatten bzw. zurück in die Ställe oder Häuser treiben.

   Fazit: Fotografieren im Zoo ist bei jedem Wetter möglich aber nicht unbedingt einfach! Wie man sich selbst überredet, bei schlechtem Wetter aus dem Haus zu gehen, würde jedoch eine eigene Seite mit 15 weiteren Tipps bedeuten.

Zoofotografie, Zoo Fotos, Zoo Fotografie
Dammwild - wetterfest!

"Opa, wann kommen wir den zu den lustigen Fischen?".

(Vor uns ein Becken voller "Clownfische". Sie scheinen plötzlich alle etwas betreten dreinzuschauen).


15. glück + geduld

Mit dem Fotografieren verhält es sich ein wenig wie mit dem Angeln: wer erwartet, mit dem Kauf von Rute, Leine und Haken gleich einen kapitalen Fang zu machen, wird enttäuscht sein. 

  Erwarte also bitte nicht, beim ersten Zoobesuch sogleich alle Tiere optimal vor die Linse zu bekommen. Es finden sich immer wieder Bewertungen von Zoos mit Beschwerden, man habe viele Tiere nicht sehen können. Es spricht für die Qualität eines Zoos, wenn die Tiere über ausreichend große Rückzugsräume verfügen und sich auch einmal „unsichtbar“ machen können.

  Es gehört eben auch eine gehörige Portion Glück dazu, im rechten Moment am rechten Ort zu sein. Dafür spielen hier einfach zu viele Faktoren mit hinein. Manchmal bekomme ich bestimmte Tiere eine ganze Zeit lang nicht zu Gesicht. Dafür scheinen sie mir das nächste Mal fast Modell stehen zu wollen. 

Bist Du an einer Stelle erfolglos, gehe doch einfach auf dem Rückweg noch einmal dort vorbei. Oder nutze die gewonnene Zeit, um bei den Tieren vorbeizugehen, die nicht ganz oben auf Deiner Liste stehen. Manche Tiere "erwischt" man so oder so erst beim x-ten Besuch.

   Sind Tiere gut sichtbar oder besonders aktiv, nimm Dir reichlich Zeit zur Beobachtung. Schieße nicht nur 2 Bilder und gehe dahin, wo es dann vielleicht nichts mehr zu sehen gibt. Manche Tiere gewöhnen sich schnell an den Menschen vor dem Gehege und geben dann noch viel schönere Motive ab. Häufig merkt man erst viel später, dass eine solche Szene einmalig war.

 

Ein Junge, seinem Vater vorweglaufend: „Gesehen, nächster!

Gesehen, nächster! Gesehen, nächster! Gesehen, nächster!... 

(Stimme verschwindet in der Entfernung).



Wenn ich mir diese Tipps selbst anschaue, muss ich einräumen, sie können in Summe entmutigend wirken. Die perfekte Kamera gibt es nicht, die Objektivauswahl ist enorm. Die fotografischen Bedingungen im Zoo sind nicht einfach. Das Wetter ist unzuverlässig. Und dann haben die Tiere auch noch ihren eigenen Kopf!

   Und genau da liegt für mich der Reiz! Mit offenen Augen durch den Zoo zu gehen und sich überraschen zu lassen. Und sobald sich ein besonderer Moment bietet, diesen mitzuerleben und mit der vorhandenen Ausrüstung unter den gegebenen Bedingungen das Bestmögliche herauszuholen. Selbst wenn sich ein solcher Moment im Nachhinein als fotografisch unergiebig herausstellt, so bleibt am Ende doch wenigstens eine neue, interessante Beobachtung.

   Wenn es denn aber gelungen ist, das eine Bild, auf das man schon so lange gewartet hat, oder aber der überraschende Zufallstreffer, mit dem man nicht gerechnet hat, so ist die Freude groß.

  Am Ende musst Du einfach nur einen guten Tag erwischen. Und dazu von Besuchern verschont bleiben, die meinen herumschreien, gegen Scheiben schlagen oder mit blitzenden Handys Selfies vor den Gehegen machen zu müssen. Dann ergeben sich bestimmt ein paar gute Gelegenheiten für schöne Aufnahmen. Lasse Dich überraschen.

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Viatu - genervt!

Besucher zu seinem Freund: „Ey, ALTER! Hast Du den blöden Affen gesehen? Der guckt voll dämlich!“. Er haut gegen die Scheibe und ruft: „Ey, Du blöder Affe!“.

  Viatu, der Silberrücken des Frankfurter Zoos, wirft mir einen Blick zu und verdreht dabei die Augen, als wolle er mir sagen:

„Ja, ich habe ihn gesehen!“


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Kommentare: 2
  • #2

    Bianca (Mittwoch, 03 Februar 2021 10:45)

    Einige der Tipps werde ich mir doch sehr mal zu Herzen nehmen :) Ich war eigentlich nur auf der Suche nach einem weiteren geeignetem Objektiv, am Ende des Artikels hier freue ich mich aber ganz besonders über das Bild von Viatu :D Herrlich!

    Liebe Grüße!

  • #1

    Tobias (Sonntag, 26 Januar 2020 08:31)

    Super Tipps, sofort ersichtlich, dass du weißt, was du tust. Danke dafür!