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Nach Reisen durch den Süden Norwegens und auf die Lofoten, sollte es diesmal eine Art Norwegen-Safari werden. So mache ich mich mit einem Bekannten auf den Weg, um zunächst auf eigene Faust die Gegend um Molde zu erkunden.

   Dann nehmen wir an einer Foto-Exkursion teil, auf der wir Seeadler, Papageitaucher, Moschusochsen und weitere Juwelen der hiesigen Tierwelt beobachten und fotografieren wollen. 

   Bald erfahren wir, dass Sichtungen wie überall in der Natur nie garantiert sind und erfolgreiche Sichtungen nicht selbstverständlich Dutzende toller Bilder hervorbringen. Unser Reiseleiter begrüßt uns mit den Worten: "Ihr seid nicht zum Urlaub hier". Was genau er damit meint, lernen wir rasch. Doch der Reihe nach.

  Während, Mitte Juni, für Deutschland eine Hitzewelle ankündigt ist, landen wir bei 12-14° C, vielen Wolken und leichtem Regen in Molde. Auf den Gipfeln der umliegenden Berge leuchtet der letzte Schnee.

   Es geht auf Mitsommer zu. Es dämmert erst kurz vor Mitternacht und wird gegen 02:00 Uhr morgens wieder hell. Richtig dunkel wird es dazwischen nicht. Doch das Licht der tiefstehenden Sonne lässt die Landschaft in imer neuen Farben erscheinen

   Wir genießen den Blick über den Moldefjord und unternehmen Touren nach Eikesdalen, zum Geirangerfjord und zu den Trollstigen. Die großartige Landschaft steht in weiten Teilen einem Yosemite-Nationalpark um nichts nach. 

Nach 4 Tagen werden wir zu unserer Exkursion an den Romsdalfjord geholt. Hier unternehmen wir Ausfahrten zu den Seeadlern. Weitere Höhepunkte sind die Beobachtung von Moschusochsen im Dovrefjell-Nationalpark und der Papageitaucher auf der Insel Runde.

   Moschusochsen sind Frühaufsteher, Papageitaucher gehören zu den Spätheimkehrern und Seeadler machen sowieso was sie wollen. Von einem geregelten Tagesablauf verabschieden wir uns direkt und richten Schlaf- und Essenszeiten nach unseren Motiven und dem Wetter aus.

   Doch wir haben in allen drei Fällen Glück und können die Tiere in ihren jeweiligen Lebenräumen beobachten, auch wenn es uns die Seeadler etwas schwerer machen, als üblich. Mit der Bildausbeute habe ich persönlich dabei nicht ganz so viel Glück: die Motive stellen durchaus hohe Ansprüche an das fotografische Können, wie an die Ausrüstung. Vor allem die Papageitaucher sind so schnell, dass Tölpel und Lummen dagegen als lahme Enten erscheinen. Aber ich bin am Ende glücklich mit den Ergebnissen. Und wie immer sind die Bilder das eine. Die vielen unvergesslichen Erinnerungen an die langen Sommertage in Norwegen sind es, die am Ende zählen.

   Bei unserem Abflug ist es 8° kalt und es regnet wieder leicht. Die Heimat erwartet uns alsbald mit einem geregelten Tagesrhythmus und Temperaturen von bis zu 40° C.

 

(Fotoexkursion: Naturblick)



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