nikon d500 - meine ersten erfahrungen


Als Nikon Anfang 2016 die D5 und die D500 offiziell ankündigte, war mir noch am selben Tag klar, dass die D500 meine Kamera wird. Ein Fokus-Messfeld über die gesamte Bildbreite, ein präziser Autofokus und die Hoffnung auf verwertbare Bilder bei ISO 6.400 gaben dazu den Ausschlag.

   Ohne von dem folgenden Lieferengpaß zu ahnen, bestellte ich ein Exemplar bei dem Fotohändler meines Vertrauens vor. Im Mai schon durfte ich das gute Stück dann tatsächlich in Händen halten und Erfahrungen sammeln.

   Die D500 war bereits an allen Plätzen dieser Welt, wurde in der Arktis schockgefroren, in der Wüste ultrahocherhitzt und auf Rockkonzerten dauerbeschallt. Im Netz sind heute Tests aller namhaften Autoren zu finden, die sämtliche technischen Details ausführlich beleuchten.

Für mein Leben gern würde auch ich einmal Eisbären in freier Wildbahn fotografieren gehen - sollten Nikon jemals die Profis ausgehen, ich stehe zur Verfügung - doch erweist sich mein fotografisches Betätigungsfeld als wesentlich undramatischer.

   Daher war ich bald verunsichert, ob der Umstieg auf die D500 anbetracht meiner vergleichsweise bescheidenen Ansprüche an Material und Technik wirklich gerechtfertigt ist, oder nur auf dem ewigen Reiz des Neuen fußt?

   Doch ich bin den Schritt gegangen und fasse hier meine Eindrücke zusammen, ohne dabei zu sehr auf die technischen Details einzugehen. Es ist nun eine Weile her, doch denken sicher noch immer Fotografen über einen Umstieg auf die D500 nach, denen die folgenden Gedanken vielleicht etwas bei der Entscheidung helfen.


handling


Wie gut eine Kamera in der Hand liegt und wie eingängig ihre Bedienung ist, spielt für mich bei der Auswahl neben den reinen technischen Daten die mitentscheidende Rolle. Das mag seltsam klingen, doch hat sich der technische Vorsprung einer neuen Kamera heutzutage schnell überlebt. Ist sie einem bis dahin nicht in Fleisch und Blut übergegangen, wird man nur zu bald über den erneuten Wechsel nachdenken.

   Diesen Test hat die D500 bei mir bestanden: der ausgeprägte Handgriff ist, verglichen mit dem der D7100, eine deutliche Verbesserung. Er faßt sich mit einer Hand auch ohne einen Batteriegriff schnell und sicher, selbst bei größeren angesetzten Brennweiten. Die gesteigerte Bauhöhe der D500 kommt mit knapp einem halben Zentimeter auch dem Griff zugute. Jetzt bekomme ich bequem alle Finger unter. Würde er noch etwas stärker ausfallen, ähnlich dem Griff der D800, wäre er perfekt.

   Das Gehäuse wirkt vertrauenerweckend solide. Wie robust es verglichen zur D7100 wirklich ist musste ich dankbarerweise noch nicht erfahren.

   Die Anordnung der verschiedenen Bedienelemente gleicht erfreulich deutlich dem Layout der Vollformat-Kameras. Das erleichtert den schnellen Wechsel zwischen den Bodies.

  Der neue kleine Joystick für die Messfeldsteuerung ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Dafür ist die Wippe aber weiter nach rechts gewandert, was für mich als "linksäugigen" Fotografen so schon zwei große Vorteile bietet: zum einen ist mir bei der Messfeldsteuerung an der D7100 mein Nasenbein deutlich mehr im Weg, als bei der D500. Zum anderen habe ich beim Fotografieren im Hochformat mit der Stirn häufig das Messfeld wandern lassen, was jetzt nicht mehr geschieht. 

Die zahlreichen, teils neu hinzugekommenen Funktionstasten bieten umfassende Möglichkeiten der individuellen Belegung, wie sie bei DX-Kameras so noch nicht dagewesen sind.

   Persönlich freue ich mich über die nun mit der rechten Hand leicht erreichbare ISO-Taste und über die neue FN2-Taste, über die ich direkt in das benutzerdefinierte Menü gelangen und für mich wichtige Einstellungen wesentlich schneller vornehmen kann.

   Dass die Kamera keinen internen Blitz mehr hat, ist mir nur recht. Ich nutzte ihn bei den Vorgängern eigentlich nie und zu oft klappte er versehentlich auf. Ohne den Blitz gewinnt das Gehäuse an Stabilität und macht einem angenehm großen Sucher und der BKT-Taste Platz.

   Das Klappdisplay kannte ich bislang nur von einem kurzen Intermezzo mit der D5000 her. Und ich muß sagen, ich habe den Nutzen unterschätzt. In Bodennähe zu fotografieren wird auch "mit Rücken" wieder reizvoll. Und das Auslösen über das Display funktioniert einwandfrei, zumindest sobald der Body ausreichen stabil aufliegt. Da es sich nur um ein Klapp- und nicht um ein Schwenkdisplay handelt, wirkt die Aufhängung des Displays angenehm solide.

   Mir fällt nur die langsamere Reaktionszeit des Displays auf. Wer auf Bildwiedergabe oder Menü drückt, muß sich an den sekundenlangen Anblick der Eieruhr gewöhnen, bis die Anzeige erscheint.

   Doch auch nach über einem Jahr habe ich bezüglich des Handlings an der D500 nichts auszusetzen. Im Gegenteil: ich habe noch mit keiner Nikon DX-Kamera so gerne fotografiert! In dieser Kategorie liegt die D500 klar vorne.


bildqualität


Die Testergebnisse der D5, z.B. bei DXO, haben viele enttäuscht, die erwartet hatten, sie würde sich an der absoluten Spitze der Tabelle wiederfinden. Die Diskussionen D4 vs. D5 sind daraufhin voll entbrannt. Von der D500 durfte man demnach bei DXO auch kein Traumergebnis erwarten. So sortiert sich die D500 dann auch unauffällig unter der D7200 und der D7100 ein.

   Als "Normalverbraucher" ist die Bildqualität für mich auf diesem Niveau ohnehin nur noch subjektiv zu beurteilen. Selbst bei einigen Vergleichsbildern im Netz habe ich das Urteil manchmal nur schwer nachvollziehen können.

  Mir scheinen jedoch die Ergebnisse "out of cam" bei der D500 ausgewogener zu sein, als zuvor. Die Anpassungen in Lightroom halten sich sehr in Grenzen. So muss ich z.B. beim Weißabgleich deutlich weniger korrigieren.

Ebenfalls verändert hat sich die Anmutung des Bildrauschens bei höheren ISO-Werten. Es wirkt harmonischer, schon fast wie Körnung, weshalb ich hier vorsichtiger eingreife, als ich es von Bildern mit der D7100 kenne. Aber die Bilder verlieren bei einer stärkeren Rauschreduzierung in Lightroom meinem Empfinden nach schneller an Detail.

   Im Vergleich zu Bildern mit den Vormodellen sticht mir die höhere Detailwiedergabe der D500 ins Auge. Ich sehe eine feinere Zeichnung und in der Farbwiedergabe eine höhere Abstufung , über alle ISO-Werte hinweg. Also einen Zugewinn im Dynamikumfang. Dennoch: anbetracht ihres Preises hätte sich die D500 in puncto Bildqualität noch deutlicher gegenüber den Vorgängern absetzen können. Die Bildqualität allein reicht somit noch nicht als Kaufkriterium.


Nikon D500 Test
D500, 70-200 mm 2.8 VRII, 170 mm, 1/2500 sek, f 2.8, ISO 200

autofokus


Zu diesem Thema lege ich jedem das Video von Steve Perry ans Herz, dessen unkonventionelle Herangehensweise ich sehr mag. Natürlich sind die Modi nicht neu. All die Berichte über das neue Fokus-Modul sind jedoch Anlaß genug, sich mit dem Thema erneut auseinanderzusetzen. Und bei unserem letzten Helgolandaufenthalt hatten wir reichlich Gelegenheit, mit den verschiedenen Modi zu experimentieren.

  Der Modus "Auto" kann natürlich nicht zaubern. Hervorragend funktioniert hat er bei landenden oder vorbeifliegenden Vögeln vor einheitlichem Hintergrund. Der Fokus arbeitet sehr schnell und präzise. Offensichtlich sucht er sich das ruhigste Ziel, womit er bei den Vögeln sehr häufig auf dem Kopf lag. In den Jahren zuvor gemachte Bilder habe ich reichlich entsorgt. Sobald das Ziel aber kleiner, sprich nicht mehr bildbestimmend wird, verirrt sich der Fokus auch gern einmal auf den Hintergrund.

   Der Modus "Group", wie er von Steve gerne genommen wird, funktioniert tatsächlich meist zuverlässig, setzt aber voraus, dass man in etwa weiß, wo das Motiv im Bild auftauchen wird. Also nichts für Schüsse aus der Hüfte. Doch Vorsicht: besonders
bei Aufnahmen im Nahbereich muss man bei diesem Modus darauf achten, welches der 4 Messfelder greift, sprich ob die Schärfe auch wirklich auf dem gewünschten Fleck sitzt.

   Mit dem "3D"-Modus kam ich bislang am wenigsten zurecht. Er sprang bei meinen Aufnahmen zu zufällig hin und her, als dass ich ihn hätte nutzen mögen. Hier braucht es offensichtlich deutlichere Farbunterschiede, wie z.B. in der Sportfotografie, um zuverlässige Ergebnisse zu erzielen.

Eine inzwischen hinter mir liegende Safari hat mich in dieser Hinsicht bestätigt: der Autofokus ist bei bewegten Motiven vor homogenem Hintergrund superschnell. Sobald ein relativ statisches Motiv aber mehrere Ebenen enthält, z.B. ein Löwe im hohen Gras unter einem Baum, "verirrt" sich die Automatik gerne einmal. Daher komme ich, wann immer möglich, auf die Einzelfeldmessung zurück. Schließlich kann keine Automatik wissen, welcher Bildteil denn für mich der wichtige ist.

   Hier kommt für mich auch das große Messfeld zum Tragen: es erspart bei Einzelfeldmessung häufig das Nachführen.

   In jedem Falle aber ist der Fokus der D500 rasend schnell und sitzt auf dem Punkt. Mit dem 70-200 2,8 VRII ist kaum noch eine Verzögerung zu bemerken. Ein "Pumpen" tritt erst auf, wenn es deutlich an Licht bzw. Kontrast mangelt.

   Ein Nachtsichtgerät hält man aber auch mit der D500 nicht in Händen. Im Nachthaus des Frankfurter Zoos konnte ich testen, wann der Autofokus noch greift und wann nicht. Auch die D500 findet hier den Fokus nur bei ausreichend starken Kontrasten und unter Verwendung von lichtstarken Objektiven mit Blende 2.8 oder darüber. Das dann allerdings noch unter Bedingungen, bei denen mit der D800 schon nichts mehr zu holen ist.

   Auch hier greift der Fokus präzise. Und der Sensor arbeitet eine verblüffende Menge an Details und Farben heraus (siehe Bild 3 unter "iso-performance"), wo das menschliche Auge gerade eben noch Graustufen unterscheiden kann.

   In Sachen Autofokus und aufgrund der Größe des Messfeldes liegt die D500 ganz eindeutig um Längen vor ihren Vorgängern.


Nikon D500, Testbild
D500, 70-200 mm 2.8 VRII, 85 mm, 1/2000 sek, f 5,6, ISO 400

iso-perfomance


Mittlerweile habe ich mich beim Einsatz der ISO-Automatik für einen Höchstwert von 6.400 ISO entschieden. Z.B. im Zoo nutze ich die Automatik gerne, da sich die Lichtverhältnisse ständig ändern und mir die Tiere selten Zeit lassen, die Einstellung zu verändern. Doch im Fall der Fälle hilft die neue, günstigere Position der ISO-Taste.

   Diesen Wert habe ich mich bei der D7100 nur in Extremfällen zu nutzen gewagt. Im Vergleich zu Bildern der D800 bei gleicher ISO empfinde ich das Bildrauschen der D500 als weit weniger störend, die Detailwiedergabe hingegen ist enorm.

   In den nachfolgenden Beispielbildern bin ich bis ISO 64.508 gegangen. Mir sind ISO 25.600 für den normalen Gebrauch

bereits des Guten zuviel. Den Yeti würde ich allerdings auch mit ISO 64.508 bedenkenlos ablichten, käme er mir je vor die Linse.

 

Nachfolgende Bilder sind mit aufsteigenden ISO-Werten aufgenommen und ohne Rauschreduzierung oder Schärfung belassen. Bild 3+4 wurden im Nachthaus des Frankfurter Zoos bei Dunkelheit aufgenommen. Fokussieren konnte ich hier nur mit dem zentralen Messfeld am Rand der dunklen Bildteile (Auge, Rohr). Der Springhase (Bild 3) ist komplett "out of cam", die anderen mit minimalen Belichtungsanpassungen in Lightroom versehen. Woher die Kamera die Farben nimmt, fasziniert mich noch immer.

   Auch wenn die D500 in Sachen ISO-Perfomance vielleicht nicht die bei Ihrer Ankündigung geweckten Erwartungen erfüllt, so ist mein Wunsch nach brauchbare Bilder bei ISO 6.400 doch erhört worden. Daher liegt die D500 für mich auch in diesem Punkt vorne.


Ich möchte hier nachtragen, dass hohe ISO-Werte nur bei sauber belichteten Bildern gute Ergebnisse bringen. Im Netz las ich Beschwerden, unterbelichtete Bilder bei ISO 12.800 seien, nach Belichtungskorrektur um 2-3 Blenden, völlig verrauscht.

Wie bei jeder anderen Kamera auch, kann die D500 Fehler des Fotografen nicht rückgängig machen. Je stärker die nachträgliche Belichtungskorrektur ausfällt, desto negativer wirkt sich mit steigender ISO das Bildrauschen aus.


objektive


Die D500 ist im Bezug auf die Objektive erfreulicherweise nicht so divenhaft, wie seinerzeit die D800 oder aktuell die D850. Dennoch ist sie für mich persönlich zu hochwertig, als dass ich sie mit einem Allrounder, wie einem 16-300 mm Objektiv verwenden würde. Diese Linsen sehe ich doch eher an einer D3xxx oder D5xxx, und selbst dort bin ich kein Freund davon.

Ich habe bislang keine Schwierigkeiten mit meinen Objektiven an der D500 gehabt, wie sie z.B. beim Fokussieren mit neueren Sigmas berichtet werden. Ich bin vor allem mit Vollformatlinsen unterwegs, dem Nikon 18-35 mm, 24-70 mm und 70-200 mm VRII (was die besten Ergebnisse bringt!) und dem Sigma 150 mm 1:2,8 Makro.


tamron 150-600 mm G1 / G2

Begeistert hat mich die Verwendung des Tamron 150-600 mm (1. Version) an der D500. Welche Möglichkeiten hat Tamron damit den Fotografen aller Klassen eröffnet!

   Aus einer Laune heraus testeten ein Freund und ich, ob das Tamron denn mit dem vorhandenen Sigma Telekonverter 1,4 funktionieren würde. Und siehe da, es klappt!

Lediglich die Anzahl der funktonierenden Autofokusfelder wird, wie es bei höheren Brennweiten ohnehin der Fall ist, begrenzt. Zusätzlich muß der Autofokus deutlich arbeiten. Doch für die seltenen Gelegenheiten, in denen ich eine solche Kombination nutzen kann, ist dieser Schleichweg auf eine Brennweite bis zu umgerechneten, unglaublichen 1.260 mm völlig ausreichend.


Testbild Nikon D500 mit Tamron 150-600 mm + Konverter Sigma TC 1,4
D500, Tamron 150-600 mm G1 + Sigma TC 1,4 EC, voll aufgezogen, 1/2500 sek, f 7.1, ISO 400

Das Tamron 150-600 hat sich für mich mit der Zeit zu einer der drei meistbenutzten Linsen entwickelt. So war ich sehr neugierig ob die neue Version, das "G2", deutliche Vorteile gegenüber dem "G1" mit sich bringt. Da aussagekräftige Tests zunächst rar waren, habe ich mich dazu durchgerungen, mich selbst zu überzeugen.

  Um es voraus zu schicken: ich habe mit der alten Version wohl ein sehr gutes Exemplar erwischt. Aus einem direkten Vergleich mit dem Sigma "C" ging das Tamron in Punkto Bildschärfe als klarer Sieger hervor. Das Sigma "S" scheidet für mich aufgrund des hohen Gewichtes von vorneherein aus.

  Das Design des "G2" ist gefällig, die Verarbeitung ist spürbar hochwertiger. Sind beim G1 beinahe "Sauggeräusche" beim Zoomen zu hören, läuft das G2 fast geräuschlos bei einem angenehmen Widerstand. Auch diesmal scheine ich ein gutes Exemplar bekommen zu haben: der Autofokus arbeitet zügig und sauber, die Schärfe sitzt auf den Punkt, und der VR ermöglicht Bilder um die 1/60 Sekunde  bei voll ausgezogener Brennweite.

  Die Lichtausbeute ist tatsächlich geringer als beim Vormodell, was sich aber problemlos mit einer drittel bis halben Blende im Plus ausgleichen läßt.

Mein Sohn und ich hatten neulich im Zoo das G1 und das G2 dabei und sind von 10° Grad Außentemperatur ins Tropenhaus gegangen. Beide Linsen sind sofort beschlagen, jedoch war das G2 schneller wieder einsatzbereit, als sein Vorgänger.

  Danach noch ein Abstecher ins Vogelhaus: hier fällt mir schnell der von 2,70 m auf 2,20 m verkürzte Nahbereich auf, der das Objektiv für mich noch vielseitiger macht, als es das ohnehin schon ist.

  Einziges Manko: die Stativaufnahme ist zwar endlich von Haus aus Arca-Swiss-tauglich, ist aber recht glatt ausgeführt und greift sich daher meines Erachtens nicht mehr so sicher wie beim Vormodell.

  Was mir mit steigendem Gebrauch noch aufgefallen ist: bei einer von Hundert Aufnahmen verspringt der Fokus beim Auslösen. Das Bild ist dann völlig unscharf. Die Ursache habe ich noch nicht finden können.

  Fazit: ich bin mit dem Ergebnissen des 150-600mm G2 an der D500 absolut zufrieden, zumal eine Festbrennweite im Bereich 400-600 mm weit außerhalb meiner Möglichkeiten liegt. Das G2 stellt für mich das bislang stimmigste Gesamtpaket dar.

  Ach ja, der 1,4-er Konverter von Sigma funktioniert auch am neuen Modell einwandfrei!


batteriegriff


Ich mag Batteriegriffe, weil sich die Kamera gerade mit größeren Objektiven besser greift, weil ich den Ersatz-Akku nicht dauernd vergesse und ich als "linksäugiger" Fotograf Vorteile beim Anschlag mit der Kamera habe (siehe hierzu das großartige Video von Joe McNally).

   Ich musste beim Preis des Originals diesmal schlicht passen. Bald traf mein Batteriegriff vom Fremdhersteller ein. Ich habe früher hierbei durchaus gute Erfahrungen gemacht. Es war ein Griff von Pixel Vertax, der sich auf den ersten Blick vom Original nur in der Konstruktion des Joysticks unterscheidet, der aber auch ein wenig "hakelt".

   Darüber hinaus machte er mir einen sehr guten Eindruck. Bei dem Preis-Leistungs-Verhältnis konnte ich mir nicht vorstellen, wieviel besser das Original sein soll. So dachte ich!

   Bald hatte ich die Kamera mit Batteriegriff einige Tage in Folge im Einsatz gehabt. Am zweiten Tag waren überraschend beide Akkus leer. Verwendet man Griffe von Fremdherstellern, zeigt die D500 nur den Ladezustand des Akkus im Griff an. Ohne Akku im Griff, bleibt die Anzeige leer. Der Akku im Body wird nur bei demontiertem Griff angezeigt. Dies ist an sich ja nicht weiter tragisch und anbetracht des Preisunterschieds hinnehmbar.

Doch passiert war mir folgendes: der Fremdgriff hat immer wieder den Kontakt verloren. In diesen Momenten nutzt die Kamera quasi heimlich den Akku im Body.

   Als ich den leeren Akku aus dem Griff nahm, erkannte ich, dass der im Body bereits ebenfalls am Ende war. Ein jähes Ende für jede Fotosession.

   Ob dieser Wackelkontakt bei anderen Pixel-Vertax-Griffen auftritt, kann ich natürlich nicht sagen. Ich habe mir jedoch einen Griff von Meike als Ersatz bestellt und folgende Erfahrungen gemacht:

- es wird nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt!

+ kein "Wackelkontakt" mehr.

++ die Schale ist nicht so kantig ausgeführt wie bei Pixel-Vertax und greift sich angenehmer.

++ der Joystick reagiert deutlich direkter und hakelt nicht.

   Neben mehreren Wochenendausflügen hat der Batteriegriff auch den ersten echten Einsatz hinter sich. Eine Woche lang wurde er erhitzt, eingestaubt und durchgerüttelt. Und wer die Straßen in die Serengeti kennt, weiß wovon ich rede. Der Meike-Griff hat sich hier hervorragend und ohne jeden Aussetzer geschlagen!


probleme


Zugegeben, ich hatte schon etwas Magenschmerzen, eine Nikon "auf Verdacht" zu bestellen, anbetracht der "Kinderkrankheiten", die es bei diesem Hersteller zuletzt gegeben hat. Tom Hogan berichtete auf seiner Seite auch schon bald von den ersten Problemen der D500, was meinen Magen nicht gerade beruhigt hat.

   Mit den Speicherkarten, sowohl SD wie auch XQD, gab es bislang keine Schwierigkeiten. Übrigens kann man sich das Geld für einen XQD-Kartenleser getrost sparen. Mit dem USB-3-

 Anschluss der D500 läuft das Herunterladen der Bilder direkt von der Kamera sehr zügig.

  Bislang konnte ich lediglich das Problem mit den älteren Akkus bestätigen. Die mit "01" gekennzeichneten Akkus werden in der D500 als leer angezeigt, bringen in älteren Bodies aber noch über 500 Auslösungen. Doch hat Nikon hier ja einen Austausch angeboten.

   Von anderen angeblichen Bugs bin ich, toi toi toi, bislang verschont geblieben.


schlußgedanke


Ich möchte für diese Kamera keine Sterne bzw. grüne Daumen vergeben. Die Entscheidung für einen Hersteller bzw. eine Kamera ist immer vollkommen individuell und kann schon

durch die Haptik oder das Aussehen entschieden werden. Sie muß ganz einfach gefallen. Mein ganz persönliches Fazit lautet wie folgt:



Dafür:

+ als Fan größerer, solider Bodies mit gewissem Eigengewicht kommt mir die D500 sehr entgegen.

+ das Klappdisplay als Neuheit in dieser Klasse, ist eine Zugabe, die ich gerne mitnehme.

+ der große, helle Sucher ist ebenfalls ein erfreuliches Plus.

+ gleicher Anschluß für den Selbstauslöser, wie an der D800. Das bedeutet, ein Kleinteil weniger herumtragen zu müssen!

+ die D500 ist absolut kompatibel zu meinen Objektiven. Keine Zukäufe wie z. B. einst bei der D800 angeraten bzw. notwendig.

++ das Handling der Kamera hat sich erfreulich verbessert und den Vollformatern angenähert. Wichtige Funktionen sind direkter zu erreichen. Eine größere Übereinstimmung bei den Bedienelementen erleichtert den schnellen Wechsel zwischen DX- und FX-Bodies deutlich.

++ die Bildqualität hat sich gegenüber der D7100 für mein Empfinden gesteigert, auch wenn Tests die D500 hinter ihr sehen. Das gilt für den Dynamikumfang wie für die ISO-Performance. Bei ISO 6.400 erfüllt die D500 meine Hoffnungen.

+++ das Fokusmessfeld über die gesamte Bildbreite erleichtert die Bildkomposition. Ein Nachführen ist kaum noch nötig.

+++ der Autofokus ist schneller und präziser als je zuvor.

Dagegen:

- etwas geringere Bildauflösung gegenüber der D7100/7200.

- bei angesetztem Batteriegriff von Fremdherstellern wird nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt, der des Akkus im Body nicht (mein Dank an Thomas, siehe unten!).

- die Reaktionszeit des Bildschirms beim Starten der Anzeige ist vergleichsweise langsam.

-- mit den xqd-Karten ist nun eine dritte, teure Speichervariante ins Spiel gekommen. Sofern man den Puffer nicht mit 200-er Serien strapaziert oder hochauflösende Videos dreht, sind die SD-Karten jedoch vollkommen ausreichend. Ein doppelter SD-Kartenslot (wahlweise?) wäre nett gewesen.

-- vergleichsweise hoher Anschaffungspreis.

-- die D500 frißt Strom! Auch im Flugmodus liegt die Akkulaufzeit deutlich unter der meiner D7100. Kam ich früher mit einem Akku bequem über den Tag, komme ich nun im besten Falle "auf den letzten Strich" nach Hause. Wenn man dann noch öfter das Display nutzt, wird ein Ersatzakku zur Pflicht!

--- der Batteriegriff ist mit ca. 400,00 EUR, milde ausgedrückt, absolut überteuert.



Der Preis der D500 ist, auf das DX-Format bezogen, noch immer ein stolzer. Doch nach wie vor bin ich, alle Punkte zusammen genommen, mit dem Wechsel mehr als zufrieden. Tatsächlich macht es mir einfach Spass, mit der D500 zu fotografieren!

   Fotografen, die besonders auf den schnellen Autofokus und das große Messfeld weniger Wert legen, sind im Bezug auf Preis wie Leistung sicher gut beraten, die D7100, D7200 oder - im Vollformat - die D750 in die engere Auswahl einzubeziehen.

   Die neue D7500 bedient meiner Meinung nach eine eigene Zielgruppe, nämlich Fotografen, die im Bedarfsfall mit möglichst leichtem Gepäck möglichst hochwertige Bilder oder Videos machen wollen. Dazu ein-zwei leichte Fest- oder eine Allround-Brennweite und man hat das gute Gewissen, nichts verpassen zu können. Auch als Zweitbody sicherlich bestens geeignet. Als alleiniger Body kann sie sich, so finde ich, nicht gegen die D500 durchsetzen. Hierzu empfehle ich auch Steve Perry's Vergleich zwischen der D500/D7500/D7200. Er kommt selbst nicht zu einer Rangfolge, zeigt aber die Unterschiede sehr genau auf!

Nun hat Nikon mit der D850 offensichtlich den großen Wurf gemacht. Hinter dieser Kamera scheinen alle Vorgänger, sowie viele Wettbewerbsmodelle zu verblassen. Die Fangemeinde steht Kopf, bislang sind noch nicht einmal alle Vorbestellungen erfüllt worden.

   Nikon sagt, mit der D850 Profis wie Enthusiasten ansprechen zu wollen, was wohl das politisch korrekte Wort für Amateure ist. Doch, bei allem Respekt für ein tolles Stück Technik, macht sich Nikon hier nicht nur technisch sondern auch preislich zu den Sternen auf und enteilt damit zumindest den Enthusiasten, die auf ihr Geld noch achten müssen. So empfiehlt sich diese Kamera nur für den, der - zusätzlich zur wieder einmal ein Stück weit verbesserten Bildqualität - das volle Potential, wie Focus-Stacking oder 4k-Video, auszuschöpfen weiß. Dennoch denken viele daran, ihre vorhandenen Bodies abzugeben, um auf die D850 umzusteigen. Vielleicht der ideale Moment, um günstig an eine D500 zu kommen. Die ist nämlich nach wie vor eine von Nikons besten Fotokameras aller Zeiten!


fragen oder kommentare? gerne hier:


Kommentare: 2
  • #2

    Thomas (Freitag, 17 März 2017 08:47)

    Du schreibst als Nachteil, dass bei angesetztem Batteriegriff nur der Ladezustand des Akkus im Griff angezeigt wird, der des Akkus im Body nicht.

    Dies ist mit dem original Batteriegriff von Nikon nicht der Fall, beide Ladezustände werden auf dem Display dargestellt.

  • #1

    Wolfgang (Donnerstag, 12 Januar 2017 22:25)

    Ich bin ambitionierter und wenn man den Kritiken glauben darf kein schlechter Landschafts und (Hobby) Tierfotograf.
    Derzeit fotografiere ich ich mit der D 7000 deren AF mich zu weilen an den rand der Verzweiflung treibt.
    Daher habe ich heute die D 500 bestellt und zwar mit dem original MB 17 Batteriegriff weil ich mit Fremdfabrikaten nur Pech hatte.